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Zum Ende der Seite springen Ken Kutaragi entlassen
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Ken Kutaragi entlassen Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden        Zum Anfang der Seite springen  PostID: 12118

Gerade im Gamingguide Forum gelesen :

Quelle: Spiegel.de

Zu spät, zu teuer, zu unbeliebt - Sonys Playstation 3 ist ein Flop. Jetzt muss der Schöpfer der Ur-Playstation, Ken Kutaragi, gehen. Der Veteran der Spiel-Branche hatte auf Spitzentechnik als Verkaufsargument gesetzt - erfolglos.

Seit Monaten kursierten die Gerüchte, jetzt ist es offiziell: Der Erfinder der Playstation, Ken Kutaragi, tritt ab. Auf der Aktionärsversammlung am 19. Juni wird er seinen Posten als Vorstandsvorsitzender von Sony Computer Entertainment (SCEI) abgeben. Das Unternehmen teilte mit, Kutaragi werde als Ehrenvorsitzender weiter für SCEI arbeiten.

Kutaragi wird vom harten Kern der Sony-Anhänger unter den Gamern wie ein Held verehrt. Als er bei der offiziellen Pressekonferenz zur Electronic Entertainment Expo in Los Angeles 2006 die Bühne betrat, brach Jubel aus - obwohl die Präsentation der neuesten Konsole ansonsten eher kühl aufgenommen wurde. Kutaragi gilt als Vater der Playstation, gewissermaßen als Begründer einer der drei heutigen Konsolen-Weltmächte. Anfang der Neunziger gab es da nur Nintendo und Sega. Heute ist Sega aus dem Rennen, dafür hat Microsoft sich mit Macht in den Gamer-Markt gedrängt.

1990 hatte Sony mit Nintendo über eine Zusammenarbeit verhandelt, man konnte sich aber nicht einigen. Kutaragi war der Mann mit der Vision, der entschied, dass Sony dann eben allein in den Markt für Daddelmaschinen würde einsteigen müssen. 1994 kam die erste Playstation auf den Markt - und entwickelte sich zum Sensationserfolg. Nicht einmal das technisch bessere Konkurrenzprodukt Nintendo 64, das 1996 auf den Markt kam, konnte den Siegeszug des gräulich eingefärbten Sony-Geräts aufhalten. Plötzlich gab es eine neue Weltmacht auf dem Konsolenmarkt - und Sega scheiterte mit seinem letzten Modell Dreamcast und verabschiedete sich aus dem Hardware-Geschäft.

2,5 Milliarden Dollar für eine neue Konsole


In den späten Neunzigern griff Kutaragi deutlich tiefer in die Unternehmenskasse als beim Einstieg in den Konsolenmarkt: 2,5 Milliarden Dollar soll der Start der zweiten Konsolengeneration aus dem Hause Sony gekostet haben. Die Investition lohnte sich: Bis heute ist die Playstation 2 die meistverkaufte Spielkonsole der Welt. Ihr Innenleben war zu Anfang dem der Konkurrenz so überlegen, dass es sogar Gerüchte darüber gab, Saddam Hussein habe PS2-Konsolen eingekauft, um mit ihren Chips Raketen zu steuern. Gleichzeitig war der integrierte DVD-Player für viele ein Kaufargument. 2002 trug SCEI über 50 Prozent zum operativen Gewinn des Sony-Konzerns bei. Microsoft kam mit seiner ersten Xbox nie auch nur annähernd an den Erfolg der PS2 heran.

Trotz dieser beispiellosen Erfolgsgeschichte war das Ende der Karriere von "Mr. Playstation" abzusehen: Im vorigen März musste Kutaragi mitteilen, dass der Verkaufsstart der Playstation 3 sich um mehrere Monate verschiebt - ein Gesichtsverlust für Sony, das sich seit 1994 gerne als Markt- und Technikführer feiern ließ. Der Europastart wurde sogar noch einmal verschoben: von November auf März.

Auch finanziell ist Sony Computer Entertainment angeschlagen - die Spielsparte machte im vierten Quartal 2006 341 Millionen Verlust. Die Argumente, die PS2-Käufer offenbar überzeugten: Überlegene Technik, ein quasi kostenloser DVD-Player - scheinen bei der PS3 nicht recht zu verfangen. Der teure Blu-ray-Player und der superschnelle Cell-Chip rechtfertigen in den Augen vieler Käufer wohl doch nicht den für eine Spielkonsole sehr hohen Preis. Außerdem ist die Spieleauswahl für das Gerät naturgemäß noch mau, wenn man sie mit der für Microsofts Xbox 360 vergleicht - denn die ist schon etwa ein Jahr länger auf dem Markt

Hohe Kosten, hohe Verluste

Der Grund für Verzögerungen und hohen Produktionskosten soll eben jenes Blu-ray-Laufwerk gewesen sein. Analysten des Investmenthauses Merryll Lynch schätzten im vorigen November die reinen Produktionskosten jeder Playstation - abgesehen von Marketing und Vertrieb - beim Verkaufsstart auf umgerechnet 590 Euro.

599 Euro kostet in Deutschland das 60-GByte-Modell der Playstation 3 mit WLAN-Unterstützung und Speicherkarteneinschüben. In den Vereinigten Staaten sind es umgerechnet nur 440, in Japan 370 Euro. Analysten schätzen deshalb, dass Sony mit der der Playstation-3-Hardware in den kommenden fünf Jahren umgerechnet 4,9 Milliarden Euro verlieren wird.

Sony hat schon jetzt durch den verzögerten Start der Playstation 3 Marktanteile verloren: Zwei Millionen der neuen Konsolen hat Sony im vorigen Jahr weltweit nach eigenen Angaben verkauft. Aktuelle Verkaufszahlen will Sony Mitte Mai bekanntgeben. Nintendo verkaufte von seinem Konkurrenten Wii bis heute 5,84 Millionen Geräte. Hintergrund: Nintendo konnte mit der Wii neue Zielgruppen gewinnen. Die Konsole ist durch Gesten zu bedienen und spricht auch Gelegenheitsspieler an.

Kutaragis Rezept ging nicht auf

Bei der Playstation 3 hingegen setzte Kutaragi auf technische Höchstleistungen, exzellente Grafik und extrem schnelle Chips als Verkaufsargument. Der Analyst Billy Pidgeon vom Marktforschungsunternehmen IDC bewertete Sonys Strategie gegenüber der Nachrichtenagentur AP so: "Zu viel Hype, zu wenig gehaltene Versprechen. Sie haben nicht bemerkt, dass ihre Zielgruppe schrumpft." Sony habe nicht versucht, andere Spieler als die 18- bis 32-jährigen männlichen Hardcore-Spieler anzusprechen.

Wegen dieser Probleme hat Sony-Chef Howard Stringer den Playstation-Vater Kutaragi in den vergangen Monaten immer wieder öffentlich kritisiert. Gegenüber dem "Wall Street Journal" nannte er Kutaragi "unkommunikativ". Schon im Dezember musste Kutaragi die Verantwortung fürs Tagesgeschäft abgeben. Vom 19. Juni an soll er nun Sony-Chef Stringer als "Technologie-Berater" zur Seite stehen. Eine bittere Ironie - hat nun doch gerade die Technik Kutaragis Karriere beendet








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